Aktuelles aus den Klassen
Erfahrungsbericht des ersten Semesters an der
Technikerschule Hamburg-Farmsen (G16)
Fachrichtung Mechatronik
Anhand der Zugangsqualifikation der einzelnen Teilnehmer lässt sich relativ leicht ersehen, dass dieser Ausbildungsgang zum Staatlich geprüften Techniker ein bunt gemischter Haufen an Wissensinseln darstellt, der seine Defizite in ganz unterschiedlichen Bereichen hat.
Größtenteils kommen die Schüler aus dem elektrotechnischen Berufsfeld, wobei auch dort ganz unterschiedliche Vorraussetzungen vorhanden sind. Sowohl der Elektroinstallateur, der Anfang der 90er ausgelernt hat, als auch der Mechatroniker mit 1 ½ Jahren Berufserfahrung müssen auf einen Stand gebracht werden, um die erforderlichen Qualifikationen zu erbringen.
Noch schwerer war das erste Semester für die Schüler aus den metallbearbeitenden Berufen, da sich die Themenstruktur überwiegend um die Auffrischung und Weiterbildung im elektrotechnischen Bereich kümmerte und nur im kleinen aber schweren Teil um die mechanischen Themengebiete. Die unterschiedlichen Bereiche machen diese Ausbildung zu einem abwechslungsreichen, aber gerade dadurch auch zu einem für viele Teilnehmer schwierigen Unterfangen, bei dem man nur durch sehr viel Eigeninitiative bestehen kann. Schule ist nun mal in erster Linie Theorie und für viele ist es schwer, wieder in einen Lernrhythmus hinein zu kommen.
Leider mussten zwei Schüler aus unterschiedlichen Gründen aufgeben und die Zweifel an einem erfolgreichen Abschluss werden hier und da immer mal wieder auftauchen, aber ich glaube, wer es bis hier geschafft hat, lässt sich nicht mehr so schnell davon abbringen, seinen Abschluss zu machen.
Einige Fächer sind auf je zwei Lehrkräfte aufgeteilt, so dass die einzelnen Themen nachher ein Gesamtbild ergeben. Das Fach Planen und konfigurieren (Pl+k) wurde aufgeteilt in Computertechnik und SPS-Technik, Entwickeln und einrichten (E+er) in Elektronik und Pneumatik und das Fach Konstruieren und dokumentieren (Ko+d) in Mechanik und Elektrotechnik.
In dem Fach Sprache und Kommunikation (S+K) werden der Umgang mit Fachliteratur und das Ausarbeiten von eigenen Texten geübt und in dem Fach Wirtschaft und Gesellschaft werden wir u.a. auf die Ausbildereignungsprüfung vorbereitet.
Die von vielen gestellte Frage, wie die einzelnen Fächer miteinander zu verbinden seien, wird durch die am Anfang des Lehrgangs gezielt ausformulierte Zielsetzung für das erste Semester deutlich. Dort wurde ein Netzteil mit allen spezifischen Gegebenheiten angegeben, dass heißt, sowohl der technische Bereich, welcher die sichere Funktion einschließt (Pl+k, E+er), als auch die Erstellung und Ausarbeitung des Pflichtenheftes (S+K, Ko+d) sind erforderlich um diese Aufgabe zu erfüllen. Um dann die Arbeitskräfte gesetzeskonform einzusetzen zu können ist die Ausbildereignung unabdingbar, denn wer kennt nicht die Probleme, wenn eine Aufgabe auf Biegen und Brechen erfüllt werden muss und die Motivation in den Keller wandert.
Abschließend lässt sich sagen, dass dieser Lehrgang nur durch viel Eigeninitiative zu schaffen und eine Harmonie in der Klasse zwar kein Garant für ein Bestehen ist, aber mit Sicherheit dazu beiträgt, dass alle etwas entspannter Lernen können.
Hamburg, den 06.02.2006
Kai Datschewsky für die Klasse FMT5H